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Rasur

Das Rasiermesser – Einstieg, Technik und Pflege

Aktualisiert am Lesezeit: 2 Minuten

Das Rasiermesser ist das älteste und direkteste Rasierwerkzeug: eine Klinge, keine Führung, volle Kontrolle. Es verlangt Übung und Pflege – belohnt aber mit sehr präzisen Konturen.

Lernkurve
steil, mit Geduld machbar
Pflege
vor jeder Rasur abziehen
Alternative
Wechselklingenmesser
Aufgeklapptes klassisches Rasiermesser mit Holzgriff vor weißem Hintergrund
Ein klassisches Rasiermesser: feststehende, hohl geschliffene Klinge, die sich in den Griff klappen lässt. Foto: Original photograph by Horst.Burkhardt. This version by Waldir, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons.

Klassisch oder Wechselklinge?

Es gibt zwei Arten von Rasiermessern:

klassisches RasiermesserWechselklingenmesser
Klingefest, aus einem Stückaustauschbare Klinge
PflegeAbziehen am Riemen, gelegentlich schärfenKlinge tauschen
Gefühlsehr direkt, etwas schwererleichter, oft schärfer als gedacht
Einstieganspruchsvollereinfacher und günstiger
typisch beiEnthusiastenBarbieren (hygienisch)

Wer nur Konturen ziehen möchte, ist mit einem Wechselklingenmesser gut bedient. Wer das Ritual mag, greift zum klassischen Messer.

Die Haltung

Die übliche Griffhaltung: Daumen unten auf dem Klingenansatz, Zeige-, Mittel- und Ringfinger oben auf dem Rücken der Klinge, der kleine Finger auf dem Schaftende. Der Griff selbst zeigt nach hinten. So lässt sich die Klinge ruhig und flach führen.

Die Technik

  1. Wie bei jeder Nassrasur: Haar aufweichen, gut einschäumen.
  2. Die Haut mit der freien Hand straffen – beim Messer noch wichtiger als beim Hobel.
  3. Die Klinge in einem Winkel von etwa 30 Grad anlegen, flach, nicht steil.
  4. In kurzen, ruhigen Zügen mit der Wuchsrichtung rasieren, immer quer zur Schneide, niemals seitlich wischen.
  5. Nach jedem Zug den Schaum an einem Tuch oder unter Wasser abstreifen.

Vorsicht: Seitliche Bewegungen, also parallel zur Schneide, schneiden sofort. Auch das Ablegen der offenen Klinge ist gefährlich. Messer immer zuklappen, bevor du es weglegst.

Wo anfangen?

Für die ersten Versuche eignen sich die Wangen: große, relativ flache Flächen. Den Rest – Oberlippe, Kinn, Hals – vorerst mit dem gewohnten Rasierer. Nach und nach kommen weitere Zonen dazu. Wer Bart trägt, beginnt am besten mit der Wangenlinie, weil sie gut sichtbar und leicht zu erreichen ist.

Abziehen und Schärfen

Ein klassisches Rasiermesser wird vor jeder Rasur abgezogen: 20 bis 40 Züge über einen Streichriemen aus Leder, mit dem Rücken voran und flach aufliegender Klinge. Das richtet die feine Schneide wieder aus. Das eigentliche Schärfen auf Abziehsteinen ist nur alle paar Monate nötig und kann auch ein Fachgeschäft übernehmen.

Merke: Beim Abziehen auf dem Riemen läuft der Rücken der Klinge vorn, beim Rasieren die Schneide. Wer das verwechselt, schneidet den Riemen an.

Pflege nach der Rasur

  • Klinge abspülen und gründlich trocknen, besonders am Übergang zum Griff.
  • Offen an der Luft kurz nachtrocknen lassen, dann zuklappen.
  • Bei Carbonstahl gelegentlich einen Hauch Öl auftragen – er rostet sonst.
  • Nicht im feuchten Badezimmer lagern, wenn es sich vermeiden lässt.

Hautpflege

Die Rasur mit dem Messer ist sehr gründlich, und genau das kann die Haut anfangs reizen. Danach mit kaltem Wasser abspülen, kleine Schnitte mit einem Alaunstift behandeln und ein mildes Aftershave auftragen.

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