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bart·styleBart, Pflege & Rasur

Rubrik · 6 Beiträge

Alles über Bärte – eine kurze Kulturgeschichte

Kaum ein Körpermerkmal war so oft ein Statement wie der Bart. Er stand für Macht, Weisheit, Glauben, Rebellion – und manchmal nur für Mode. Ein Streifzug durch einige Jahrtausende.

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Vorder- und Rückseite einer russischen Bartsteuermarke aus Kupfer von 1705
Eine russische Bartsteuermarke von 1705: Wer unter Peter dem Großen seinen Bart behalten wollte, musste zahlen und die Marke als Quittung bei sich tragen. Foto: Sockenpuppe123, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons.

Altertum: Bart als Zeichen der Macht

Im alten Ägypten trugen Pharaonen bei feierlichen Anlässen einen zeremoniellen Kunstbart, der am Kinn befestigt wurde – als Symbol königlicher und göttlicher Macht. Sogar die Pharaonin Hatschepsut wurde mit diesem Bart dargestellt. Im Alltag rasierten sich viele Ägypter dagegen gründlich.

In Mesopotamien und Persien galten lange, sorgfältig gelockte und geflochtene Bärte als Zeichen von Rang. Bei den Griechen war der Bart lange Zeit das Merkmal des erwachsenen Mannes und des Philosophen. Alexander der Große soll seinen Soldaten der Überlieferung nach befohlen haben, sich zu rasieren, damit Gegner sie im Nahkampf nicht am Bart packen konnten.

Rom: rasiert, bis Hadrian kam

In Rom setzte sich die Rasur unter griechischem Einfluss durch. Als einer der Ersten, die sich regelmäßig rasierten, gilt Scipio Aemilianus im 2. Jahrhundert v. Chr. Für lange Zeit waren die Kaiser glatt rasiert – bis Hadrian im 2. Jahrhundert n. Chr. als erster Kaiser einen Vollbart trug und damit eine Mode begründete, der viele Nachfolger folgten.

Mittelalter und frühe Neuzeit

Im Mittelalter wechselten die Moden je nach Region und Stand. Für Geistliche galten eigene Regeln. In der Renaissance und im 17. Jahrhundert waren gepflegte Spitzbärte mit Schnurrbart weit verbreitet – der Henriquatre erinnert bis heute daran.

Die Bartsteuer

1698 führte Zar Peter der Große in Russland eine Bartsteuer ein. Er wollte sein Land nach westeuropäischem Vorbild modernisieren, und dazu gehörte für ihn das glatte Gesicht. Wer seinen Bart behalten wollte, musste zahlen – je nach Stand unterschiedlich viel – und bekam eine Marke als Nachweis. Formal abgeschafft wurde die Steuer erst 1772 unter Katharina der Großen. Mehr dazu unter Fakten über den Bart.

19. Jahrhundert: das große Bartzeitalter

Im 19. Jahrhundert erlebten Bärte in Europa und Nordamerika eine Blüte: Backenbärte, Vollbärte, Kaiserbärte, gezwirbelte Schnurrbärte. Es entstanden eigene Produkte wie die Bartwichse und Gegenstände wie die Barttasse.

20. Jahrhundert: die Rasur setzt sich durch

Mit dem Rasierhobel mit auswechselbaren Klingen wurde die tägliche Rasur Anfang des 20. Jahrhunderts einfach und billig. Über Jahrzehnte galt das glatte Gesicht in Beruf und Militär als Norm; Bärte wurden eher mit Künstlern, Seeleuten, Intellektuellen und später der Gegenkultur verbunden.

Seit den 2010er-Jahren: die Rückkehr

Um 2010 kehrten Vollbärte in großem Stil zurück, getragen von Barbershops, Pflegeprodukten und sozialen Medien. Aktionen wie der Movember haben den Bart zudem zu einem Symbol für Männergesundheit gemacht. Bei der Bart-Weltmeisterschaft, die 1990 zum ersten Mal in Höfen an der Enz im Schwarzwald stattfand, treten heute Teilnehmende aus vielen Ländern in Kategorien vom Schnurrbart bis zum Freistil-Vollbart an.

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Alle Beiträge im Überblick

  • Wissen

    Fakten über den Bart

    Wie schnell wächst ein Bart, wer führte eine Bartsteuer ein, und warum wird der Bart oft früher grau? 15 geprüfte Fakten über Barthaar, Geschichte und Kurioses.

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