Bart-Mythen im Faktencheck
Aktualisiert am Lesezeit: 3 Minuten
Rund um den Bart kursieren erstaunlich viele Halbwahrheiten – über Wachstum, Hygiene, Testosteron und Hausmittel. Hier sind die bekanntesten, geprüft und eingeordnet.
- Mythen im Check
- 8
- Häufigster Irrtum
- Rasieren macht dichter
- Größte Übertreibung
- Bärte schmutziger als Hundefell
Mythos 1: „Häufiges Rasieren macht den Bart dichter.“
Stimmt nicht. Die Rasur schneidet das Haar an der Oberfläche ab; die Haarwurzel bleibt unberührt. Das nachwachsende Haar hat eine stumpfe Schnittkante statt einer natürlich verjüngten Spitze und fühlt sich deshalb borstiger an. Zahl und Dicke der Haare ändern sich nicht. Dass Bärte bei jungen Männern mit der Zeit dichter werden, liegt am Alter, nicht am Rasieren – siehe Bartwuchs und Alter.
Mythos 2: „Bärte sind voller Keime – schmutziger als Hundefell.“
Übertrieben. Die Schlagzeile geht auf eine kleine Schweizer Untersuchung von 2019 zurück, bei der Proben aus Männerbärten und Hundefell verglichen wurden. Die Studie war klein und nicht darauf angelegt, allgemeine Aussagen über die Hygiene von Bärten zu treffen. Eine größere Untersuchung an 408 männlichen Beschäftigten in Krankenhäusern fand 2014 bei Bartträgern sogar seltener bestimmte Staphylokokken als bei glatt rasierten Kollegen. Ein gepflegter, regelmäßig gewaschener Bart ist also nicht per se unhygienisch. Wie man ihn sauber hält, steht unter Bart waschen.
Mythos 3: „Ein voller Bart bedeutet viel Testosteron.“
Stimmt so nicht. Entscheidend ist vor allem, wie empfindlich die Haarfollikel auf Androgene reagieren – und das ist erblich. Männer mit ganz normalen Hormonwerten können einen dünnen Bart haben und umgekehrt. Mehr unter Bart wächst nicht.
Mythos 4: „Bartöl lässt den Bart schneller wachsen.“
Stimmt nicht. Bartöl pflegt Haut und Haar. Auf das Wachstum im Follikel hat es keinen belegten Einfluss – ebenso wenig wie Rizinusöl. Siehe Bartwuchs beschleunigen.
Mythos 5: „Für jedes ausgerissene graue Haar wachsen drei neue nach.“
Stimmt nicht. Aus einem Follikel wächst ein Haar. Reißt man ein graues Haar aus, wächst es in der Regel wieder grau nach – aber nicht vervielfacht. Häufiges Zupfen kann die Haut allerdings reizen. Siehe Grauer Bart.
Mythos 6: „Ein Bart hält im Winter warm und im Sommer kühl.“
Teilweise. Ein dichter Bart isoliert tatsächlich ein wenig und schützt die Haut vor Wind. Dass er im Sommer aktiv kühlt, ist dagegen nicht belegt. Er hält lediglich einen Teil der Sonnenstrahlung von der Haut darunter ab.
Mythos 7: „Bartpflege braucht viele Produkte.“
Stimmt nicht. Mildes Shampoo, ein Öl und ein Kamm reichen für die meisten Bärte. Alles andere kommt je nach Länge und Stil dazu. Siehe Bartpflege.
Mythos 8: „Wer nass trimmt, trimmt genauer.“
Umgekehrt. Nasses Haar ist länger und fällt anders. Wer nass trimmt, schneidet zu kurz. Getrimmt wird trocken und gekämmt – siehe Bart trimmen.
Merke: Wenn ein Mittel oder eine Methode im Netz mit Vorher-nachher-Fotos nach sechs Wochen wirbt, lohnt die Frage: Wäre der Bart in sechs Wochen nicht ohnehin dichter geworden?
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