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Der Schnurrbart – ein Leitfaden von Chevron bis Zwirbelbart

Aktualisiert am Lesezeit: 2 Minuten

Kaum eine Bartform ist so wandelbar wie der Schnurrbart. Er kann dezent, militärisch, verspielt oder aristokratisch wirken – je nachdem, wie breit er ist und was mit den Spitzen passiert.

Wachstum
etwa 4–8 Wochen für sichtbare Form
Zwirbeln
ab etwa 2–3 cm seitlicher Länge
Pflege
Kamm, Schere, evtl. Bartwichse
SCHNURRBART
Ein Handlebar-Schnurrbart: breit, mit nach oben gezwirbelten Spitzen, der Rest des Gesichts bleibt glatt.

Die bekanntesten Formen

FormBeschreibung
Chevronbreit, dicht, reicht bis zur Oberlippe, wie ein umgedrehtes V
Pencil (Bleistiftbart)sehr schmale Linie über der Lippe
Walrossdicht und lang, hängt über den Mund
Handlebar (Lenkerbart)seitlich lang, Spitzen nach oben gezwirbelt
HufeisenSchnurrbart mit langen senkrechten Enden bis zum Kinn
Dalísehr dünn, Spitzen steil nach oben – nach dem Maler Salvador Dalí
Englischer Schnurrbartschmal, Spitzen seitlich waagerecht gestreckt

Schnurrbart wachsen lassen

Die schwierigste Phase sind die ersten Wochen: Die Haare hängen noch nicht, sondern stechen in die Lippe. Viele lassen deshalb zuerst den ganzen Bart wachsen und rasieren nach vier bis sechs Wochen alles außer dem Schnurrbart. Dann hat er schon eine Länge, mit der man arbeiten kann. Das ist übrigens genau die Idee hinter dem Movember: einen Monat lang nur den Schnurrbart wachsen lassen.

Pflege

  • Kämmen: Ein kleiner Kamm mit feinen Zähnen ordnet den Schnurrbart, von der Mitte nach außen.
  • Kürzen: Haare, die über die Lippe hängen, mit einer kleinen Bartschere an der Lippenlinie schneiden – wenn du keinen Walross- oder Zwirbelbart willst.
  • Waschen: Nach dem Essen kurz ausspülen, zwei- bis dreimal pro Woche mit Shampoo.
  • Öl: Ein, zwei Tropfen reichen – mehr macht den Schnurrbart schwer und fettig.

Zwirbeln

Für einen Handlebar oder einen anderen gezwirbelten Schnurrbart müssen die Seiten länger wachsen als die Mitte. Die Mitte wird regelmäßig gekürzt, die Seiten nicht. Ab zwei bis drei Zentimetern seitlicher Länge lassen sie sich mit Bartwichse drehen.

Merke: Wer zwirbeln will, darf die Seiten monatelang nicht schneiden. Die Geduld ist die eigentliche Herausforderung, nicht die Technik.

Ein bisschen Geschichte

Um 1900 war der Schnurrbart in Europa fast allgegenwärtig. Kaiser Wilhelm II. trug seinen Schnurrbart mit steil nach oben stehenden Spitzen, und sein Hoffriseur François Haby vermarktete eine Bartbinde und eine Bartwichse, die die Form halten sollten, unter dem Namen „Es ist erreicht“. Porzellanfabriken stellten zur selben Zeit Barttassen her, die den gewichsten Schnurrbart beim Trinken schützten.

Kaiser Wilhelm II. im Jahr 1902 mit gezwirbeltem Schnurrbart
Kaiser Wilhelm II., 1902. Die nach oben gedrehten Spitzen wurden in Deutschland vielfach nachgeahmt. Foto: Studio of Thomas Heinrich Voigt, Public domain, Wikimedia Commons.

Schnurrbart und Gesicht

Ein kräftiger Schnurrbart verkürzt optisch die Partie zwischen Nase und Mund und kann ein langes Gesicht ausgleichen. Bei schmalen Lippen wirkt ein dezenter Schnurrbart meist besser als ein ausladender. Wer unsicher ist, beginnt mit einem Chevron und probiert von dort aus weiter.

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