Rizinusöl für den Bart – Wachstumswunder oder Mythos?
Aktualisiert am Lesezeit: 2 Minuten
Kaum ein Hausmittel wird so oft als Bartwuchs-Booster empfohlen wie Rizinusöl. Die Belege dafür sind dünn. Als Zutat in einer Pflegemischung hat das dicke Öl aber durchaus seinen Platz.
- Belegter Effekt auf Wachstum
- keiner
- Eignung als Pflege
- als Anteil bis etwa 10–20 %
- Konsistenz
- sehr zäh
Was Rizinusöl ist
Rizinusöl wird aus den Samen des Wunderbaums (Ricinus communis) gepresst. Es besteht zum größten Teil aus Ricinolsäure, einer Fettsäure, die das Öl ungewöhnlich dick und klebrig macht. Genutzt wird es in der Kosmetik, in der Industrie – und früher als kräftiges Abführmittel.
Die Samen selbst enthalten das hochgiftige Rizin. Im gepressten und aufbereiteten Öl ist es nicht mehr enthalten; kosmetisches Rizinusöl ist unbedenklich.
Das Versprechen: mehr Bart
In Foren und Videos heißt es oft, Rizinusöl lasse den Bart schneller und dichter wachsen. Begründet wird das mit der Ricinolsäure, die die Durchblutung fördern soll. Belastbare Studien am Menschen, die einen Effekt auf das Barthaarwachstum zeigen, gibt es nicht. Was es gibt, sind Erfahrungsberichte – und die sind wenig aussagekräftig, weil Bärte in den ersten Monaten ohnehin von selbst dichter wirken.
Das Wachstum eines Barthaars wird im Haarfollikel gesteuert, vor allem von Genetik und Hormonen. Ein Öl auf der Hautoberfläche erreicht diese Steuerung nicht. Was wirklich Einfluss hat, steht unter Bartwuchs beschleunigen.
Merke: Wenn ein Bart nach acht Wochen Rizinusöl dichter aussieht, liegt das fast immer an den acht Wochen – nicht am Öl.
Wofür Rizinusöl trotzdem taugt
Als Pflegezutat hat es Vorzüge. Es legt einen dichten Film auf das Haar, der Feuchtigkeit hält, und lässt dicke Haare etwas geschmeidiger wirken. Wegen seiner Zähigkeit gibt es außerdem einen Hauch mehr Halt als dünne Öle.
So setzt du es ein
Pur ist Rizinusöl für die meisten zu klebrig: Es zieht schlecht ein, zieht Staub an und fühlt sich schwer an. Besser ist eine Mischung:
| Anteil Rizinus | Wirkung |
|---|---|
| bis 10 % | kaum spürbar, etwas mehr Glanz |
| 10–20 % | deutlich satter, leicht mehr Halt |
| über 30 % | klebrig, nur für sehr trockene Spitzen |
Die übrigen Anteile übernimmt ein leichtes Öl wie Jojoba. Ein Grundrezept steht unter Bartöl selber machen.
Wer vorsichtig sein sollte
Rizinusöl kann bei manchen Menschen Kontaktallergien auslösen. Vor der ersten Anwendung einen Tropfen in die Armbeuge geben und einen Tag warten. Bei Neigung zu Pickeln im Bart eher auf leichtere Öle setzen, weil ein dicker Film die Haut stärker abdeckt.
Fazit
Rizinusöl ist ein ordentliches Pflegeöl mit besonderer Konsistenz, aber kein Mittel für mehr Bartwuchs. Wer sich Lücken schließen möchte, fährt mit Geduld und einem längeren Bart besser – dazu mehr unter Lücken im Bart und Bart dichter machen.
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